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Fabiola (Lola)

 

 

Rasse:            Lusitano

geboren:         2010

Vater:              Ortega von Novilheiro

Mutter:            Samarra von Ladino 

 

Das Fräiulein Krawallitano

2015 machte ich mich wieder auf die Suche nach einem Nachwuchspferd und habe diesmal erstaunlicherweise genau das mitgebracht, was ich schon immer haben wollte. Fabiola ist sozusagen mein erstes Wunschkind.

Sie stammt vom renommierten Lusitanogestüt "La Perla", etwas nördlich von Madrid, wo sie in einer großen Stutenherde sehr naturbelassen aufwachsen durfte. Ich habe sie fünfjährig dort gekauft, sie war gerade angeritten, noch ganz grau und unglaublich niedlich, wie ich fand. Nicht so ganz klar war mir damals, dass beide Elternteile aus der Zucht von Manuel Jorge de Oliveira stammen, es fließt also reichlich Stierkampf Blut in ihren Adern. Das hätte aber auch nichts an meiner Kaufentscheidung geändert, genauso wenig wie die beiden Wirbel (Teufelshörner), die auf ihrer Stirn prangen ;o)

Nachdem Lola Anfang 2015 endlich nach Deutschland kam, wurde aus dem grauen Mäuschen auch sehr schnell eine apfelschimmelige RotzgöreÜberschäumendes Temperament gepaart mit enormem Arbeitswillen, kecker Intelligenz und einer recht ausgeprägten eigenen Meinung gestalten die Arbeit mit ihr durchaus anspruchsvoll. Da in ihrem Körper das Herz eines noblen Lusitanos mit der Seele eines frechdreisten Ponys zu kämpfen scheint, ist es zumeist aber auch ganz schön witzig. Ich bewundere Lolas Mut und Kampfgeist und genieße ihre Menschenbezogenheit und Gelehrigkeit.

Sie reißt sich das sprichwörtliche Bein für ihren Menschen aus, ist aber nur bedingt tolerant gegenüber "Bedienungsfehlern". Außerdem tut man gut daran, sie nicht gegen einen aufzubringen. Das Fräulein Krawallitano lässt man besser auf seiner Seite kämpfen.

 

Lolas Grundausbildung gestaltete sich leider recht schwierig. Es gab immer wieder Rückschritte und Stagnationen, die ich zunehmend nicht mehr nur mit Wachstumsschüben erklären konnte. Außerdem war Lola unterm Sattel immer noch nervös und wirkte gestresst, obwohl ich ganz langsam und ohne jeglichen Zeitdruck mit ihr arbeitete. Irgendwas stimmte da nicht.

Anfang 2017 erhielt ich dann die niederschmetternde Diagnose, Arthrose in der hinteren Brustwirbelsäule. Ob das mit der Reitpferdekarriere jemals was werden würde, stand in den Sternen. Ich sah mein hochtalentiertes Traumpferd schon auf der Frührentner-Koppel stehen.

Aber die Therapie wirkte: Schmerzfreiheit herstellen, um dann endlich stabilisierende Muskulatur auftrainieren zu können. Seither geht es beständig voran, man muss immer sehr korrekt arbeiten und etwas Rücksicht auf ihre Befindlichkeiten nehmen, aber wir machen gute Fortschritte.

Meinen hyperaktiven Kampf-Flummi in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen und freundlich aber konsequent das Rumflitzen und Rumhampeln zu unterbinden, fordert nicht nur all mein Wissen und Können, sondern hat mich erneut einen Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand werfen lassen. Kaum denkt man, so langsam für alles ein Rezept zu haben, schon läuft einem eine Lola über den Weg ;o)

Fabiola hat ein enormes Talent für die Versammlung und hat mir unterm Sattel schon erste Piaff-Tritte geschenk. Ich bin ganz zuversichtlich, dass wir hier noch einiges mehr erreichen können. Zirkus Lektionen sind mit solche einem Pferd natürlich easy und im Gelände war sie von Anfang an sehr taff und souverän unterwegs. Wir haben auch schon einige Wanderritte gemeinsam erleben dürfen.

Lola ist mein Herzenspferd! Auch wenn unser bisheriger Weg recht turbulent war und ich zwischenzeitlich sehr an meinem Können gezweifelt habe, bin ich sehr glücklich mit ihr!

Mal sehen, wo unser gemeinsame Reise noch hinführt. Dank Atses fleißiger Vorarbeit sehe ich recht entspannt und ohne zu viel Ehrgeiz entgegen.

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