Atse

    

     Rasse:            Friese

                            2000 - 2020

     Vater:              Thomas

     Mutter-Vater:   Namen

Der Herr Pummel

Nur 20 Jahre ist mein Atse alt geworden, ich hätte ihm sehr gerne noch ein paar Jährchen länger seine Rente gegönnt. Er war noch so munter und stand bestens im Futter, trotzdem erlag er leider der allererste Kolik seines Lebens. 

Atse war eine Bestellung ans Universum. Ich war schon eine ganze Weile wenig erfolgreich auf der Suche nach einem neuen Pferd, beschloss schließlich leicht entnervt die Suche erstmal aufzugeben und abzuwarten was so zu mir kommt. Zwei Tag später kam Atse! 

Nachdem ich eigentlich nie einen Friesen wollte, konnte ich 2009 schließlich den zweiten Vertreter dieser Rasse mein Eigen nennen - und ich muss offen zugeben, dass ich sehenden Auges das Projekt Atse in Angriff genommen habe. Ich kannte ihn nämlich bereits einige Jahre und wusste, dass ihn das Wort "energieeffizient" am besten beschreibt. Dabei war er hochsensibel und eher introvertiert. Meistens zuckersüß, aber wenn es nicht nach seinen Vorstellungen ging, konnte er auch mal recht aufbrausend werden.

Insgesamt eine sehr spezielle Mischung, auch wenn man seine Achillessehne erkannt hatte: Lob, Leckerlies und ganz viel Bewunderung.

Ich habe irgendwann beschlossen, mein friesisches Energiesparmodell als persönliche Herausforderung zu sehen. Allein schon seinen bandscheibenvernichtenden Trab zu sitzen, verlangte mir stets einiges ab und war ohne eingehende Weiterbildung in Sachen Reitersitz nicht möglich.

Atse läuterte meinen Ehrgeiz und zwang mich an meiner inneren wie äußeren Balance zu arbeiten. Er erdet mich regelmäßig und gründlich! Wir haben eine ganze Weile gebraucht, aber letztlich haben wir uns sehr gut zusammen gerauft. Sein Verlust schmerzt sehr!

Jetzt steht er auf einer anderen Bühne dekorativ umher, seine bekennende Lieblingsbeschäftigung. Und mir bleiben nur die vielen Erinnerungen an bewegte 14 gemeinsame Jahre. Wir waren viel zusammen unterwegs, egal ob auf Kursen, Shows, Wanderritten oder sogar auf der Opernbühne. Damensattel, Halsringreiten, Langzügel, Freiarbeit ... wenns denn unbedingt sein musste, hat er gnädig fast alles für mich getan. 

Danke lieber Atse für die harte Schule, durch die du mich geschickt hast. Und ebenfalls danke dafür, dass ich so viele Dinge von dir lernen durfte, die ich eigentlich gar nicht vor hatte zu lernen.

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